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Luft im Bauch: Das hilft gegen Blähungen

Kinder finden es lustig, Erwachsene eher peinlich: Blähungen hat jeder mal. Was dahinter stecken kann, welche Medikamente, Hausmittel und Tipps helfen können und wann man den Arzt fragen sollte – dazu hier ein kurzer Überblick.

Wie enstehen Flatulenzen?

Es ist uns allen schon mal passiert, und während die wissenschaftlich als Flatulenz bezeichneten Winde aus dem Darm in Schule und Kindergarten seit Menschengedenken für Erheiterung sorgen, sind wir als Erwachsene meist eher peinlich berührt, wenn sich unser Bauch womöglich hörbar Luft macht. 
Blähungen, das sei vorweg gesagt, hat fast jeder Mensch von Zeit zu Zeit. Dabei befindet sich zu viel Luft im Darm, die drückt und zwickt. Luft gelangt zum Beispiel in den Magen-Darm-Trakt, wenn wir essen oder trinken und dabei Luft schlucken. Ebenso entstehen während der Verdauung Gase. Meist haben Blähungen keinen Krankheitswert und verschwinden von allein. Sie entstehen oft durch falsche Ernährung, schnelles Essen oder auch Stress. 

Wenn weitere Beschwerden auftreten, können diese jedoch auf eine Erkrankung hinweisen:

Manche Menschen leiden vermehrt oder über längere Zeit Blähungen, ihr Bauch ist aufgetrieben, verkrampft sich, sie fühlen sich voll. Gründe dafür gibt es viele. So wirken bestimmte Lebensmittel häufig blähend. Zuckerarten wie Lactose und Fructose lassen den Darm rumoren, wenn sie nur unzureichend verdaut werden. Auch ein Mangel an Verdauungsenzymen oder ein Reizdarmsyndrom können schuld sein. Deshalb ist es wichtig, bei länger andauernden  Beschwerden zum Arzt zu gehen.
Wie Menschen Blähungen wahrnehmen, ist unterschiedlich. Mancher empfindet schon geringe Gasmengen im Bauch als störend, andere sind in dieser Hinsicht weniger empfindlich. Blähungen, die sporadisch und ohne weitere begleitende Beschwerden auftreten, haben meist keinen Krankheitswert, können im Einzelfall jedoch Symptome einer Erkrankung sein.

Erste Regel: Richtig Essen

Ein Übermaß an Luft im Bauch lässt sich oft schon verhindern, wenn man in Ruhe isst: Gründlich kauen, kleine Bissen, sich Zeit nehmen, in kleinen Schlucken trinken und nicht zu viel reden – mit diesen paar Regeln ist den meisten oft schon geholfen. Außerdem sollte man überschaubare Portionen zu sich nehmen, abends auf Rohkost wie Salat verzichten und generell stark blähende Lebensmittel meiden – dazu gehören zum Beispiel Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Kohl. Manche Menschen reagieren darüber hinaus auch auf kohlensäurehaltige Getränke, auf zu viel Zucker oder auf sehr ballaststoffreiches Essen empfindlich.

Erste Hilfe: Hausmittel

Gewürze machen Speisen bekömmlicher, weil sie die Verdauung anregen, Gasen entgegenwirken und Krämpfe lindern können: Fenchel, Anis, Kümmel, Koriander, Pfefferminze, Salbei, Zimt, Rosmarin, Ingwer, Wacholder, Liebstöckel gehören dazu.
Wichtig: Enthalten diese ätherische Öle, dann am besten leicht rösten oder in einem Mörser anstoßen, um die Öle freizusetzen. Alternativ die Heilpflanzen in Form eines hochwertigen Arzneitees aus der Apotheke trinken.
Bitterstoffe fördern ebenfalls die Magen-Darm-Tätigkeit. Wer sich mit dem Geschmack anfreunden kann, verwendet entweder bitter schmeckende Lebensmittel wie Chicoreé oder nimmt ein paar Tropfen eines Bittermittels aus der Apotheke kurz vor dem Essen ein.

Welche Medikamente lindern die Beschwerden?

Pflanzliche Mittel enthalten oft Inhaltsstoffe der oben genannten Gewürze, aber in konzentrierter Form. Extrakte aus pflanzlichen Arzneien in Kapsel- oder Zäpfchenform wirken daher intensiver als die naturbelassenen Wirkstoffe. Je nachdem, welche Beschwerden im Vordergrund stehen, kommen unterschiedliche Heilkräuter zum Einsatz. Pfefferminze ist beispielsweise für ihre krampflösende Wirkung bekannt, Fenchel und Kümmel für die entblähende.
Die chemischen Wirkstoffe Simeticon und Dimeticon lösen Gasbläschen und Schäume, die in Magen und Darm rumoren, auf physikalischem Weg auf. Sie werden nicht vom Körper aufgenommen und rufen daher normalerweise kaum Nebenwirkungen hervor. Wie schnell die Mittel helfen, hängt unter anderem davon ab, wo sich die Gase und Schäume im Verdauungstrakt gebildet haben. Wer wegen der Luft im Bauch zu starken Bauchkrämpfen neigt, kann auch spezielle Arzneistoffe anwenden – jedoch nur bei Bedarf und für kurze Zeit. Wichtig: Zu Einnahme, Wirkung und Nebenwirkungen in der Apotheke beraten lassen!