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Flexibel bleiben: Mit regelmäßiger Gymnastik die eigene Beweglichkeit sichern

Gymnastik – das klingt vielleicht erstmal etwas langweilig, irgendwie nach Turnstunde in den Siebzigern, außerdem kann Gymnastik ganz schön anstrengend sein. Aber Sportwissenschaftler und Mediziner empfehlen mit Nachdruck regelmäßige Leibesübungen, um die eigene Beweglichkeit bis ins Alter zu erhalten. Und wer einmal mit offenen Augen durch die Nachbarschaft streift, der kann Siebzigjährige beobachten, die sich mit Mühe gerade mal zum Briefkasten schleppen, während andere in diesem Alter am Wochenende mit ihren Enkeln Surfen gehen. Regelmäßige Gymnastik wird deshalb für Jung und Alt empfohlen, sie hält fit und mobil, lässt sich einfach und fast überall im Tagesablauf unterbringen und beugt vielen Problemen vor. Experten raten also: Streckt euch, reckt euch, dehnt euch. Warum Gymnastik so gesund ist, bei welchen Beschwerden das Training hilft, was Sie beachten sollten, lesen Sie hier:

Gymnastik – einfach, vielseitig und gesund

Den Begriff Gymnastik verbinden viele lediglich mit Übungen wie Kniebeugen oder Liegestützen, aber das Gebiet ist umfassender: Gymnastik kann entweder auf den ganzen Körper abzielen oder auf bestimmte Bereiche. Spezielles Bauch-Beine-Po-Training wird zum Beispiel oft von Frauen praktiziert, die ihre so genannten Problemzonen bekämpfen wollen – und hier gibt es dann Übungen, die explizit den Rücken, den Beckenboden oder die Venen kräftigen. Wer Probleme mit den Gelenken hat oder ein paar Hüftpolster zu viel mit sich herumträgt, kennt die Vorteile der Aqua-Gymnastik. Fitte machen Aerobic, andere lernen Yoga oder Pilates. Skifahrer trimmen sich mit Skigymnastik, Lädierte bekommen Krankengymnastik verordnet.

Mit gymnastischen Übungen kräftigen wir unsere Muskulatur,

gleichzeitig dehnen wir sie und bleiben dadurch auf Sicht beweglicher und mobiler. Muskeln, die wir selten oder gar nicht benutzen, werden schlaff und verkürzen sich mit der Zeit. Dadurch lässt die Leistungsfähigkeit nach, was wiederum zu Überlastungen und Verspannungen führen kann. Die Folgen sind oft: Schmerzen und eine  eingeschränkte Beweglichkeit.
Durch Gymnastik können wir gezielt die vernachlässigten Muskelgruppen stärken und wieder ein Gleichgewicht herstellen. Dehnen lockert die verspannten Muskeln, was uns dann auch insgesamt entspannt. Fitte und lockere Muskeln können besser ihre Funktion erfüllen. Wenn wir zum Beispiel stolpern, können wir mit einer trainierten Muskulatur besser die Balance halten und fallen meist gar nicht hin, wo ein untrainierter Körper den drohenden Sturz dann nicht mehr verhindern kann. Gymnastik macht denn Alltag einfacher: Wir können die Schuhe leichter zuschnüren und fangen die Gabel auf, bevor sie auf den Boden fällt.

Gymnastik ergänzt auch den Ausdauersport

Denn Joggen, Radfahren und Nordic-Walking stärken in erster Linie das Herz-Kreislauf-System, aber die Muskulatur wird dadurch nicht gedehnt. Gymnastische Übungen kräftigen und dehnen stattdessen die Muskulatur.

Von regelmäßiger Gymnastik profitiert erst einmal jeder Mensch, unabhängig vom Alter

Während jüngere allerdings meist ohnehin beweglicher sind, potenziert sich der Nutzen der Übungen mit zunehmendem Alter – wie oben im Gegensatz Briefkastengang vs. Surfwochenende beschrieben. Wer spezielle Beschwerden hat – etwa im Rücken, im Nacken, in den Schultern oder an den Knien – kann gezielte Übungen umsetzen, die genau Problembereiche ansprechen. Vor dem Trainingsstart sollte allerdings ein Arzt oder Physiotherapeut gefragt werden. Der kann erstens die Ursache der Beschwerden  feststellen und zweitens – unter Umständen – eine Physiotherapie verordnen, die dann die Krankenkasse bezahlt.

Auch bei Arthrose,

entzündlichen Gelenkkrankheiten oder Muskelbeschwerden sollte vorher fachlicher Rat gesucht werden, um festzustellen, welche Art Gymnastik am besten geeignet und damit am wirkungsvollsten ist.

Übungen kann man sich selbst beibringen,

allerdings sollte man immer ein wenig vorsichtig sein. Schmerzt es bei bestimmten Bewegungen oder ab einer gewissen Intensität, dann sollte man aufhören und es vielleicht am nächsten Tag noch einmal versuchen. Bleiben die Beschwerden, ist auch hier ein Gang zum Arzt empfehlenswert, denn manchmal stecken andere Probleme hinter Schmerzen in bestimmten Körperregionen, die sich durch Gymnastik nicht angehen lassen. 

Wichtig ist auch,

die Ziele gerade am Anfang nicht zu hoch anzusetzen – gymnastische Übungen wirken erst mit der Zeit und bauen aufeinander auf. Bei Vorturner im Fernsehen oder im Fitnessstudio sehen die Übungen vielleicht einfach aus, aber die eigenen , vergleichsweise untrainierten Muskeln können schon viel früher schwächeln. Geduld und Augenmaß sind wichtig: Die Übungen sollte man machen, so gut es gerade geht und ohne sich übermäßig anzustrengen, im Zweifelsfall sollte man die Einheiten abkürzen und wenn nötig ein bisschen lockerer ausführen. Der Erfolg in Form gesteigerter Mobilität kommt ganz bestimmt – vielleicht nicht gleich morgen, aber nach ein paar Wochen ganz sicher.

Wirklich verletzen können wir uns am ehesten,

wenn wir zu intensiv trainieren und uns überfordern. Wer sichergehen möchte, dass er sich nicht doch aus Versehen schadet, schließt sich am besten einer Gruppe unter fachkundiger Anleitung an. Positiver Nebeneffekt: Sport unter Gleichgesinnten kann zusätzlich motivieren.